Ausgabe 10

2. Jan 2021 | Frenslichs humorvolle Wochenschau

Liebe Freunde!

Ganz schön lange hat sie gedauert, meine Abstinenz von der Schreibmaschine. Im Herbst ist mir tatsächlich der Humor ausgegangen und ich habe mich zurückgezogen wie eine Weinbergschnecke, der man an ihr schraubig gewundenes Gehäuse anklopft.
Ein scheinbar befreiender Gang zum Testen hätte einen Eremiten wie mich nur unnötig in Lebensgefahr gebracht, also Rückzug.

Tibet im Lande.

Nun, möglicherweise liegt es an den viralstatistischen Inzidenz-Mantras, die uns zum täglichen Abendbrot vom Gesundheitsmönch gebetsmühlenartig verabreicht werden.
Jeden Tag wird unaufhörlich aufs Neue gemurmelt. Auf uns eingemurmelt. Viele von uns sind mittlerweile geistige Bahnfahrer geworden und haben bereitwillig auf Durchzug geschalten.
Wir nicken nur mehr stumm und beten dankbar:
„Komm´, Herr Jesus, sei du unser Gast
und segne, was du uns bescheret hast.“

Der Konnex zu Tibet ist einfach erklärt.

8 lautmalerische Zeilen lesen sich wie ein Mantra:

Dalai Lama
Dalai Laba
Dalai Laber
Dali Laber
Dadi Laber
Radi Laber
Rudi Laber
Rudi labert.

So einfach geht´s und aus „Dalai Lama“ wird „Rudi labert.“
– Spürt auch ihr die spirituelle Kraft in einem heiligen Vers?

Tibet kommt nicht an in Österreich. Da fehlt der Tiefgang, und der Diskurs.

G´sundheit weiterhin! Neues Jahr, neues Glück.
Christian